Träumerei
Manchmal träume ich
Manchmal träume ich
von Gewehren,
die geben keinen Schuss,
was für eine Wonne:
weil ihre Munition
schmilzt wie Butter
in der Sonne.
Manchmal träume ich
von Generälen,
denen es rumort im Gedärme:
ihre Kriegslust schmilzt
wie das Kokosfett
in der Wärme.
Manchmal träume ich
von Panzern,
die fahren keinen Meter,
sie hören auf zu morden:
weil ihr Treibstoff
geronnen ist wie Milch,
die sauer geworden.
Manchmal träume ich
von Bomben,
die zerfallen in der Fabrik,
und uns das Lachen bleibt:
weil das Material
zerstobt wie Brösel
wie sie der Bäcker reibt.
Vollmond
Der volle Mond erhellt die Pracht,
am Bach ein Rauschen in den Bäumen.
Einsam lausche ich der Nacht
und fühl ein Sehnen und ein Träumen.
Stund um Stunde schwebt dahin,
am Himmel ziehen Wolken auf.
Der Mond, er wandert weiter westwärts hin,
nimmt seinen Weg, nimmt seinen Lauf.
Mein Herz, es pocht so schwer,
der Liebste ist weit fort,
kommt nicht her,
hab‘ nur sein zärtlich Wort.
Ich sehne mich nach seiner Wang‘
und der Wärme weicher Hände,
nach der Stimme süßem Klang
und dem Kosen seiner Lende.
Der volle Mond erhellt die Nacht,
am Bach ein Raunen in den Erlen,
einsam staun’ ich über diese Pracht,
einsam zähl’ ich Perlen.